Mit CoralReef 2.0 habe ich auch die Technik verändert, u.a. ist neu ein Aussenfilter von einem meiner Süsswasseraquarien hinzugekommen. Nichtsalzies wundern sich nun darüber, wieso das bei einigen Meerwasseraquarianern Stirnrunzeln verursacht.
In der Süsswasseraquaristik wird der Aussenfilter mit Filtermaterial gefüllt, welches eine möglichst grosse Oberfläche aufweist, damit sich dort Bakterien ansiedeln können, welche das durch Tierexkremente und Zerfallsprozesse anfallende Ammoniak über Nitrit zu Nitrat oxidieren (Nitrifikation). In der Meerwasseraquaristik soll Nitrat aber nicht als Endprodukt im Wasser verbleiben, da dies zu Algenproblemen führen kann und ab einer gewissen Konzentration von Korallen nicht so gut toleriert wird. Eine Möglichkeit zur Verminderung von Nitrat ist die Verwendung eines Eiweissabschäumers. Dabei werden Proteine – die Hauptquelle von Ammoniak – mit einer Pumpe aufgeschäumt und in einem separaten Behälter vom Aquarienwasser abgetrennt. Der Nachteil von dieser Methode ist, dass mit den Proteinen auch Spurenelemente und Plankton entfernt werden. In Kombination mit den nicht unerheblichen Anschaffungskosten ist das der Grund, weshalb ich in meinem Riff keinen Abschäumer installiert habe und auch weiterhin darauf verzichten werde, so lange meine Nitratwerte tief genug sind (< 15 mg/l).
Aber irgendwie muss auch ich das Nitrat aus dem Wasser entfernen. Neben der Nitrataufnahme durch wachsende Caulerpa-Algen versuche ich einmal mehr Bakterien in meinen Dienst zu stellen. Unter anaeroben Bedingungen wird von verschiedenen Prokaryonten der Sauerstoff in Nitrat zur Oxydation bei der Energiegewinnung verwendet (Denitrifikation). Übrig bleibt dann molekularer Stickstoff, welcher gasförmig ist und so das System verlässt.
Anaerobe Zonen schaffe ich mit einer teilweise >10cm tiefen Sandschicht sowie mit Lebendgestein: in grösseren porösen Brocken wird in den aeroben Randzonen der Sauerstoff von den nitrifizierenden Bakterien aufgebraucht, im Innern entstehen somit anaerobe und nitratreiche Zonen. Beste Voraussetzung für die Denitrifikation.
Chemische Nitratadsorber würden als weitere Variante natürlich auch funktionieren, haben aber den Nachteil, dass sie regelmässig ausgewechselt werden müssen und somit eine Erhöhung von Kosten und Aufwand verursachen.